Wahlmöglichkeiten sichtbar machen: Selbstbestimmung und Raumgestaltung im Pflegeheim
Wählen kann man nur, was man kennt. Eine Umgebung, die zeigt, welche Räume offenstehen und wo sie liegen, macht aus einem gleichförmigen Flur eine Reihe von Möglichkeiten.
Selbstbestimmung zeigt sich selten in großen Entscheidungen, sondern in den kleinen des Alltags. Wo setze ich mich hin? Gehe ich in den Garten oder in den Aufenthaltsraum? Wann gehe ich zur Toilette? Mache ich bei der Aktivität mit oder bleibe ich im Zimmer? Ob jemand mit Demenz eine Möglichkeit nutzen kann, hängt auch davon ab, ob die Umgebung sie überhaupt zeigt. Wer nicht weiß, dass es einen Garten gibt, oder den Aktivitätenraum nicht findet, kennt nur die Räume, die er von seinem Standort aus sieht.
Wie Gestaltung Möglichkeiten zeigt oder verbirgt#
Eine Umgebung, die Wahl zulässt, macht Möglichkeiten sichtbar und erreichbar. Wer im Flur steht, sollte an Schildern und anderen Hinweisen erkennen können, was in welcher Richtung liegt. Ein Wegweiser zum Garten, einer zum Aufenthaltsraum, einer zum Speisesaal: Jeder nennt ein Ziel, das man ansteuern kann, ohne zu fragen. Ohne diese Schilder steht man vor einem Flur, der in alle Richtungen gleich aussieht, und eine Wahl gibt es nur dem Namen nach.
Gestaltungsansätze, die Wahlmöglichkeiten sichtbar machen:
- Jeden zugänglichen Raum beschildern, damit klar ist, was offensteht
- An Flurkreuzungen Wegweiser einsetzen, die Ziele nennen, zum Beispiel „Garten“ in die eine, „Aufenthaltsraum“ in die andere Richtung
- Gemeinschaftsräume vom Flur aus sichtbar machen, etwa durch Glasflächen oder offene Türen, und zusätzlich beschildern
- Den Zugang zu Garten und Außenbereich klar und einladend kennzeichnen
- Die persönliche Gestaltung des eigenen Zimmers zulassen
- Mehrere beschilderte Gemeinschaftsbereiche mit unterschiedlichem Charakter anbieten, etwa einen ruhigen Aufenthaltsraum, einen Treffpunkt und einen Aktivitätenraum
- Toilettenschilder gut sichtbar anbringen, damit niemand erst vom Personal dorthin gewiesen werden muss
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Was ein Schild hier leisten kann#
Ein Schild trifft keine Entscheidung und macht niemanden selbstständiger. Es stellt eine Information bereit: Hier ist der Garten, dort der Aufenthaltsraum. Ob und wie jemand diese Information nutzt, hängt vom Menschen und von der Begleitung durch die Pflege ab. Aber eine Möglichkeit, die niemand sehen kann, wird auch nicht genutzt. Wie Sie Gemeinschaftsräume im Einzelnen kennzeichnen, lesen Sie im Ratgeber zu Gemeinschaftsräumen.
Profi-Tipp
Gehen Sie Ihre Beschilderung mit den Augen einer Person durch, die gerade eingezogen ist und das Haus nicht kennt. Kann sie an jeder Stelle im Flur erkennen, welche Räume ihr offenstehen und in welcher Richtung sie liegen? Wenn nicht, fehlt eine Information, und die lässt sich ergänzen.
Ein Schild, das ein Ziel nennt, macht dieses Ziel zu einer Möglichkeit, die man sehen kann. Ein Ziel, das niemand sieht, wird nicht angeboten, ganz gleich, was in der Pflegeplanung steht.
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Es geht nicht darum, eine komplizierte Entscheidungsumgebung zu bauen. Es geht darum, einfache, alltägliche Möglichkeiten sichtbar und erreichbar zu machen. Jedes Schild, das sagt „Zum Garten“, und jeder klar gekennzeichnete Gemeinschaftsraum ist eine Möglichkeit, die nun auf dem Weg liegt. Stellen Sie Ihre Wegweiser im Konfigurator zusammen.
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