Würde und Raumgestaltung im Pflegeheim: Was die Beschilderung dazu sagt
Über Würde in der Pflege spricht man meist mit Blick auf den Umgang miteinander. Doch auch das Gebäude spielt mit: ob es zeigt, wo die Toilette ist, welche Tür zu wem gehört und wie man zum Speisesaal kommt.
Über Würde in der Pflege spricht man meist mit Blick auf den Umgang: wie Pflegekräfte sprechen, wie Körperpflege geschieht, wie Entscheidungen angeboten werden. Die Räume spielen aber mit. Ein Haus, in dem jeder Flur gleich aussieht und jede Tür der anderen gleicht, verlangt von Bewohnerinnen und Bewohnern ständig, dass sie fragen, suchen oder warten. Beschilderung ist der Teil des Gebäudes, der diese Fragen beantworten kann, bevor sie gestellt werden müssen.
Was geschieht, wenn die Toilettentür nicht zu erkennen ist?#
Stellen Sie sich eine Bewohnerin vor, die zur Toilette möchte, aber nicht erkennt, welche Tür dorthin führt. Sie öffnet vielleicht mehrere Türen und steht unvermittelt im Zimmer eines anderen Bewohners. Sie ruft nach Hilfe oder sucht weiter. Und nun dieselbe Bewohnerin in einem Flur, in dem ein kontrastreiches Toilettenschild mit realistischem Bild schon von Weitem zu sehen ist. Die Information, die sie braucht, steht an der Tür. Das Schild ersetzt keine Pflege, aber es nimmt ihr eine Frage ab, die sie sonst stellen müsste.
Gestaltungsmerkmale, auf die es dabei ankommt:
- Eine deutlich gekennzeichnete Toilette, damit der Weg dorthin nicht von einer Nachfrage abhängt
- Personalisierte Zimmertüren, an denen Bewohner ihren eigenen Raum erkennen können
- Eine einheitliche, leicht verständliche Beschilderung, damit niemand immer wieder nach dem Weg fragen muss
- Unaufdringliche Wegweiser, die leiten, ohne die Unsicherheit einer Person vor anderen sichtbar zu machen
- Klar beschilderte, private Bäder und Duschen
- Erinnerungskästen und persönliche Fotos neben der Zimmertür, die zur eigenen Lebensgeschichte gehören
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Die Umgebung als Teil der Planung#
Beschilderung, Licht, Farbkontrast und Raumaufteilung gehören zur Planung eines Hauses, nicht zur Dekoration. Wer die Türen eines Wohnbereichs nach einer festgelegten Spezifikation kennzeichnet, kann später belegen, welche Türen wann und wie beschildert wurden. Wie Sie die Räume im Einzelnen angehen, beschreibt unser Ratgeber Bewohnerzimmer beschildern. Mehr zu Kontrast, Licht und Farbe finden Sie unter demenzgerechte Raumgestaltung.
Profi-Tipp
Bitten Sie Angehörige um ein Foto aus früheren Jahren und um den Namen, mit dem die Bewohnerin oder der Bewohner angesprochen werden möchte. Beides kommt auf das personalisierte Türschild. So trägt die Zimmertür etwas, das zur Person gehört und an dem sie ihre Tür wiedererkennen kann.
Von allen Türen im Haus wird die Toilettentür am häufigsten gebraucht und ist am seltensten eindeutig gekennzeichnet. Es lohnt sich, sie zuerst zu beschildern, und zwar so, dass das Schild auch von den Sitzplätzen aus zu sehen ist, nicht nur direkt an der Tür.
Empfohlene Produkte
Unsere personalisierten Türschilder verbinden den Namen und ein persönliches Foto auf einer Papiereinlage mit der Gestaltung unserer übrigen Türschilder. Zieht jemand um, tauschen Sie nur die Einlage. Ein kostenloses Muster zeigt Ihnen Material und Farbe vorab.
Gute Gestaltung beginnt damit, das Haus mit den Augen eines Menschen mit Demenz anzusehen. Jede unbeschriftete Tür, jeder Flur ohne Unterschied, jedes fehlende Schild ist eine Stelle, an der jemand fragen muss. Jedes klare Schild und jede persönlich gestaltete Tür ist eine Stelle, an der das Gebäude selbst antwortet.
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