Orientierung bei Demenz: Was Beschilderung im Pflegeheim leisten kann
Sind Toilette, Speisesaal und die eigene Zimmertür nicht gekennzeichnet, steckt diese Information nur im Kopf der Pflegekräfte. Beschilderung legt sie ins Gebäude selbst.
Wo ist die Toilette? Wo geht es zum Speisesaal? Welche Tür ist meine? In vielen Häusern bekommen Bewohnerinnen und Bewohner die Antwort nur, wenn sie jemanden fragen. Das Wissen steckt in den Köpfen der Mitarbeitenden, nicht im Gebäude. Beschilderung ändert genau das: Sie schreibt den Namen des Raums an die Tür, stellt ein Bild daneben und zeigt an jeder Abzweigung, wohin es weitergeht. Wer das lesen kann, braucht für diese Frage niemanden zu suchen.
Warum sichtbare Hinweise so wichtig werden#
Eine Demenz beeinträchtigt nach und nach das räumliche Gedächtnis: Wege, die man sich früher gemerkt hat, sind nicht mehr abrufbar, und ein inneres Bild vom Haus entsteht schwerer. Umso mehr kommt es auf das an, was man sehen kann. Steht an jeder Entscheidungsstelle (jeder Abzweigung, jeder Tür, jeder Flurbiegung) ein klares, kontrastreiches Schild, findet sich dort eine Antwort, ohne dass man sie im Kopf haben muss. Fehlt es, bleibt nur das Gedächtnis oder die Frage an eine Pflegekraft.
Was die einzelnen Schilder dazu beitragen:
- Kontrastreiche Türschilder nennen den Raum mit Wort und Bild, ohne kleine Schrift oder Zimmernummern, die man sich merken müsste
- Wegweiser an Flurkreuzungen beantworten die Frage, die sich genau dort stellt: Wohin jetzt?
- Toilettenschilder zeigen ein realistisches Bild statt eines abstrakten Symbols
- Eine einheitliche Gestaltung im ganzen Haus macht die Schilder vorhersehbar: Wer eines gelesen hat, erkennt das nächste
- Personalisierte Türschilder machen die eigene Zimmertür schon von Weitem unterscheidbar
- Fahnenschilder stehen von der Wand ab und sind schon vom Flurende aus zu sehen, bevor man die Tür erreicht
Kostenlose Sofort-Schätzung
Was kostet eine komplette Beschilderung?
Beschreiben Sie Ihre Einrichtung und erhalten Sie sofort einen Budgetrahmen für eine vollständige demenzgerechte Beschilderung.
Worauf es bei der Gestaltung ankommt#
Vier Punkte tragen fast alles: ein deutlicher Kontrast zwischen Schrift und Untergrund, realistische statt abstrakter Bilder, eine durchgehende Gestaltung im ganzen Haus und Schilder genau dort, wo eine Entscheidung fällt. Diese vier Punkte sind die eigentliche Vorgabe. Alles Weitere ist die Frage, wie Sie sie Raum für Raum umsetzen. Mehr dazu lesen Sie im Leitfaden zur demenzgerechten Beschilderung.
Profi-Tipp
Machen Sie mindestens einmal im Quartal einen Orientierungsrundgang. Starten Sie am Haupteingang und gehen Sie zu jedem wichtigen Raum, nur mithilfe der Schilder und so, als würden Sie das Haus nicht kennen. Wo Sie zögern, umkehren oder suchen, wird es für Bewohner mit Demenz noch schwerer. Markieren Sie diese Stellen im Grundriss.
Gelegentlich liest man Zahlen dazu, wie viele begleitete Toilettengänge ein gutes Schild erspart. Eine veröffentlichte Quelle dafür haben wir nicht gefunden, deshalb steht hier keine Zahl. Ein Schild an der Toilettentür beantwortet die Frage, ohne dass zuerst jemand vom Personal gefunden werden muss.
Empfohlene Produkte
Unsere Fahnenschilder sind schon vom Flurende aus zu sehen. Zusammen mit passenden Türschildern (228 x 228 mm) und Wegweisern (500 x 105 mm) in Eiche oder Nussbaum ergeben sie ein durchgängiges Leitsystem für das ganze Haus.
Es geht dabei nicht darum, dass Bewohner alles allein schaffen müssen. Es geht darum, dass das Gebäude die Information bereithält, die jemand zum Weitergehen braucht, in einer Form, die er selbst lesen kann. Was danach geschieht, wer mitgeht und wie weit, ist Sache der Pflege. Die Schilder sorgen dafür, dass die Antwort an der Wand steht. Ihre Tür- und Fahnenschilder stellen Sie im Konfigurator zusammen.
Kostenlose Sofort-Schätzung
Was kostet eine komplette Beschilderung?
Beschreiben Sie Ihre Einrichtung und erhalten Sie sofort einen Budgetrahmen für eine vollständige demenzgerechte Beschilderung.
Zum KostenrechnerÄhnliche Artikel
Personzentrierte Pflege und Beschilderung: Ein Haus, das Bewohner selbst lesen können
Personzentrierte Pflege stellt den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt. Die Beschilderung ist der Teil des Gebäudes, den Bewohner selbst lesen können: welcher Raum das ist, wo der nächste liegt und wessen Tür das ist.
LesenDemenzgerechte Beschilderung: der Leitfaden für Pflegeheime
Eine Einführung in die demenzgerechte Beschilderung: worauf es bei Kontrast, Bild, Schrift und Montage ankommt, was eine Akkreditierung durch das Dementia Services Development Centre (DSDC) aussagt und wie Sie ein ganzes Haus Schritt für Schritt beschildern.
LesenEin Pflegeheim, das sich lesen lässt: Licht, Farbe, Akustik und Schilder zusammen planen
Beschilderung ist eine Ebene der Umgebung im Pflegeheim. Dieser Artikel zeigt, was die anderen Ebenen beitragen, Licht, Farbe, Akustik und wohnliche Ausstattung, und wie Sie sie so planen, dass sie mit den Schildern zusammenarbeiten statt gegen sie.
LesenWahlmöglichkeiten sichtbar machen: Selbstbestimmung und Raumgestaltung im Pflegeheim
Wählen kann man nur, was man kennt. Eine Umgebung, die zeigt, welche Räume offenstehen und wo sie liegen, macht aus einem gleichförmigen Flur eine Reihe von Möglichkeiten.
Lesen














