Demenzgerechte Beschilderung: der Leitfaden für Pflegeheime
Eine Einführung in die demenzgerechte Beschilderung: worauf es bei Kontrast, Bild, Schrift und Montage ankommt, was eine Akkreditierung durch das Dementia Services Development Centre (DSDC) aussagt und wie Sie ein ganzes Haus Schritt für Schritt beschildern.
Demenzgerechte Beschilderung heißt nicht einfach: größer und bunter. Sie beruht auf dem, was über das Sehen, das Erkennen und die räumliche Orientierung von Menschen mit Demenz bekannt ist. Eine der bekanntesten Stellen auf diesem Gebiet ist das Dementia Services Development Centre (DSDC) an der Universität Stirling in Schottland, das unter anderem Produkte für Wohn- und Pflegeumgebungen begutachtet. Dieser Leitfaden fasst die Grundsätze zusammen und zeigt, wie Sie daraus einen Plan für Ihr Haus machen.
Was macht ein Schild demenzgerecht?#
Eine Demenz verändert, wie Bilder und Texte verarbeitet werden. Feine Farbunterschiede sind schwerer zu erkennen. Abstrakte Symbole werden oft nicht mehr gedeutet, ein realistisches Bild dagegen eher. Lesen dauert länger, deshalb muss der Text kurz, groß und klar sein. Und weil die räumliche Orientierung nachlässt, gehört ein Schild dorthin, wo Bewohnerinnen und Bewohner tatsächlich hinschauen, nicht dorthin, wo es am schönsten aussieht.
Grundsätze für die Gestaltung:
- Deutlicher Helligkeitskontrast zwischen Schrift oder Bild und Untergrund und zwischen Schild und Wand. In Deutschland legt DIN 32975:2009-12 (Beschreibung bei nullbarriere.de) Mindestwerte für den Leuchtdichtekontrast visueller Informationen fest, mehr dazu unter Farbe und Kontrast
- Realistische, fotografische oder plastisch wirkende Bilder statt abstrakter Piktogramme
- Serifenlose Schrift, normale Groß- und Kleinschreibung, wenige Wörter in gut lesbarer Größe
- Matte oder seidenmatte Oberfläche, damit sich das Licht nicht spiegelt
- Eine einheitliche Montagehöhe im ganzen Haus, auf Augenhöhe der Menschen, die das Schild lesen sollen
- Ein fühlbares Relief als zweiter Sinneskanal neben dem Sehen
- Wenige Farben, die für alle Schildtypen gleich verwendet werden
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Was die DSDC-Akkreditierung aussagt#
Das DSDC begutachtet Produkte anhand veröffentlichter Gestaltungsgrundsätze und ordnet sie in eine Bewertung ein, die beschreibt, wo ein Produkt eingesetzt werden kann. Für Sie als Betreiber hat das einen praktischen Wert: Die Entscheidung für ein Schild stützt sich auf das Urteil einer benannten, unabhängigen Stelle und nicht nur auf die Aussage des Anbieters. Was die Bewertung genau umfasst und was nicht, erklärt der Beitrag Was bedeutet „nach DSDC 1A akkreditiert“?.
Profi-Tipp
Lassen Sie sich beim Einkauf das Zertifikat zeigen. Eine DSDC-Akkreditierung gilt für ein bestimmtes Produkt, nicht für ein ganzes Unternehmen. Prüfen Sie also, ob genau das Produkt, das Sie bestellen, auf dem Zertifikat steht.
So gehen Sie bei der Planung vor#
Am Anfang steht ein Rundgang. Gehen Sie jeden Flur ab, betreten Sie jeden Raum und bleiben Sie an jeder Abzweigung stehen, so wie es eine Bewohnerin oder ein Bewohner tun würde. Notieren Sie, wo man die Richtung verliert, wo ein Raum schwer zu erkennen ist und wo nicht klar ist, wie es weitergeht. Diese Stellen sind Ihre Prioritäten. Wer in Etappen vorgeht, beginnt meist mit Toiletten und Gemeinschaftsräumen und nimmt danach Bewohnerzimmer und Flure dazu. So verteilen Sie die Ausgaben über einen längeren Zeitraum.
Ein Rundgang mit dem Grundriss in der Hand
Zählen Sie Türen, Abzweigungen und Treppen, bevor Sie Schilder auswählen. Aus dieser Liste wird Ihr Beschilderungsplan.
Empfohlene Produkte
Akkreditiert ist ein Produkt, unser Toilettenschild; das Zertifikat schicken wir Ihnen gern. Türschilder, Wegweiser und Fahnenschilder bestehen aus 5 mm massivem weißem Acryl mit 3D-Strukturdruck, der Bild und Schrift auch fühlbar macht. Im Konfigurator wählen Sie Schildtyp, Farbe und Raum.
Beschilderung kann eine Demenz nicht aufhalten. Sie kann aber helfen, einen Raum zu erkennen und einen Weg zu finden. Dieser Leitfaden hat die Grundsätze vorgestellt; die verlinkten Beiträge gehen auf die einzelnen Themen genauer ein, etwa Toiletten und Bäder beschildern.
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