Farbe und Kontrast in der demenzgerechten Gestaltung
Viele ältere Menschen und viele Menschen mit Demenz unterscheiden ähnlich helle Flächen schlechter. Dieser Ratgeber erklärt Hellbezugswert und Leuchtdichtekontrast und zeigt, wie Sie Schildfarben wählen, die sich von Wand und Tür abheben.
Ein Schild hilft nur, wenn man es sieht. Ob es sich abhebt, hängt weniger vom Farbton ab als vom Helligkeitsunterschied: zwischen Schrift oder Bild und dem Schildgrund und zwischen dem Schild und der Wand dahinter. Mit dem Alter lässt die Kontrastwahrnehmung bei vielen Menschen nach, und auch bei einer Demenz kann die Verarbeitung dessen, was man sieht, schwerer fallen. Ein Schild, das für Planende gut lesbar ist, kann für eine Bewohnerin oder einen Bewohner deshalb kaum zu erkennen sein.
Was der Hellbezugswert aussagt#
Der Hellbezugswert (englisch Light Reflectance Value, LRV) gibt an, wie viel Licht eine Oberfläche zurückwirft, auf einer Skala von 0 (Schwarz) bis 100 (Weiß). Farbhersteller nennen ihn für ihre Wandfarben. In der Praxis gilt als Faustregel ein Unterschied von mindestens 30 Punkten zwischen zwei Flächen, die sich voneinander abheben sollen; 40 Punkte und mehr geben Reserve. Das ist keine Norm, sondern ein messbarer Ausgangspunkt, der die Frage „sieht das verschieden genug aus?“ durch eine Zahl ersetzt.
Die deutsche Norm für visuelle Informationen, DIN 32975:2009-12, bewertet Kontrast als Leuchtdichtekontrast, also ebenfalls als Helligkeitsunterschied und nicht nach dem Farbton. Was die Norm verlangt und wie sie gilt, erklärt unser Ratgeber Beschilderung im Pflegeheim nach DIN 18040 und DIN 32975. Wie Sie mit Hellbezugswerten rechnen, steht im Ratgeber Hellbezugswert und Kontrast.
Grundregeln für Farbe und Kontrast bei der Beschilderung:
- Dunkle Schrift und dunkle Bilder auf hellem Grund ergeben den deutlichsten Kontrast.
- Keine mittleren Töne auf mittleren Tönen, etwa ein mittleres Blau auf mittlerem Grau.
- Das Schild muss sich auch von der Wand oder Tür abheben, auf der es hängt, nicht nur die Schrift vom Schild.
- Eine Information nie allein über die Farbe vermitteln: immer Wort und Bild dazu.
- Farben unter der Beleuchtung prüfen, die in Ihrem Haus tatsächlich herrscht, bei Tag und am Abend.
- Matte oder seidenmatte Oberflächen spiegeln weniger als glänzende, und eine Spiegelung kann den Kontrast überdecken.
Häufige Fehler bei der Farbwahl#
Der häufigste Fehler: Die Schildfarbe wird nach der Innenausstattung ausgesucht und nicht nach dem Kontrast. Ein zartes Pastellblau auf einer cremefarbenen Wand wirkt harmonisch, hebt sich aber kaum ab. Ebenso verschwindet ein dunkles Schild neben einer dunklen Türzarge. Klären Sie die Hellbezugswerte, bevor Sie das Farbkonzept festlegen, und fragen Sie Ihren Maler oder Farbhersteller nach den Werten der Wandfarben.
Profi-Tipp
Fotografieren Sie das Schild an der Wand und stellen Sie das Bild auf Schwarzweiß. Ist das Schild im Graustufenbild klar von der Wand zu unterscheiden, ist der Helligkeitsunterschied wahrscheinlich ausreichend. Verschwimmt es, braucht es mehr Kontrast.
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Schildfarben für Ihr Haus wählen#
Wählen Sie ein Farbkonzept, das sich von Ihren tatsächlichen Wandfarben abhebt und bei dem sich auch Schrift und Bild klar vom Schildgrund abheben. Unsere Schilder bestehen aus 5 mm massivem weißem Acryl mit erhabenem 3D-Strukturdruck. Es gibt acht Farben: Eiche, Nussbaum, Weißkiefer, Carolinablau, Granatrot, Heidelila, Salbeibraun und Viridiangrün. Welche davon auf welcher Wandfarbe am besten funktioniert, zeigt der Ratgeber Schildfarbe und Wandfarbe.
Unterschiedliche Wandfarben im Haus
Hat Ihr Haus in verschiedenen Bereichen sehr unterschiedliche Wandfarben, reicht eine einzige Farbe vielleicht nicht überall. Ein Farbkonzept für das ganze Haus ist ideal, in älteren Gebäuden mit wechselnder Gestaltung aber nicht immer möglich. Prüfen Sie dann jeden Bereich für sich.
Empfohlene Produkte
Unsere Türschilder (228 x 228 mm) bestehen aus 5 mm massivem weißem Acryl mit 3D-Strukturdruck, zum Beispiel in Granatrot, Carolinablau oder Viridiangrün. Ein kostenloses Muster zeigt Ihnen Farbe und Kontrast an Ihrer eigenen Wand.
Farbe und Kontrast sind keine Geschmacksfrage, sondern die Grundlage jeder Beschilderung. Jede weitere Entscheidung, vom Piktogramm bis zur Montagehöhe, setzt voraus, dass das Schild gesehen wird. Fehlt der Kontrast, hilft der Rest wenig.
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