Orientierung im mehrgeschossigen Pflegeheim: Aufzug, Treppe und Etagenfarbe
Mehrere Etagen bedeuten eine zusätzliche Aufgabe für die Orientierung. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie jeder Etage ein eigenes Gesicht geben und Aufzugsvorräume und Treppenhäuser so gestalten, dass der Weg nach oben und unten ebenso lesbar ist wie der Weg den Flur entlang.
Ein Pflegeheim auf mehreren Etagen bringt etwas mit, das ein eingeschossiges Haus nicht kennt: den Weg nach oben und unten. Wer sich auf dem eigenen Flur sicher bewegt, kann nach einer Aufzugsfahrt auf einer anderen Etage stehen, ohne es zu merken. Sehen alle Etagen gleich aus, gibt die Umgebung keinen Hinweis darauf, wo man angekommen ist. Genau hier setzt die Gestaltung an.
Jeder Etage ein eigenes Gesicht geben#
Der wichtigste Schritt ist, jede Etage optisch unverwechselbar zu machen: über eine Farbe, ein Thema oder beides. Ordnen Sie jeder Etage eine Hauptfarbe zu und setzen Sie sie durchgängig ein, an Wänden, Handläufen, Schildern und Einrichtung. Schon beim Verlassen des Aufzugs zeigt die Farbe, auf welcher Ebene man ist. Wählen Sie dafür klar verschiedene Farben, etwa Grün für das Erdgeschoss und Blau für das erste Obergeschoss, statt Abstufungen desselben Farbtons, die sich leicht verwechseln lassen.
So bekommt jede Etage ihre eigene Identität:
- Jeder Etage eine eigene Farbe geben und sie an Akzentwänden, Handläufen, Schildrahmen und Einrichtungsdetails wiederholen
- Mit Themen arbeiten (etwa „Gartenetage“ oder „Etage am Fluss“) und passende Bilder und Gegenstände auswählen
- Große Etagenschilder im Aufzugsvorraum anbringen, die beim Aussteigen sofort ins Auge fallen
- Die Etagenfarbe oder das Thema auch in die Beschilderung der Flure aufnehmen
- Übersichtspläne mit „Sie sind hier“-Markierung im Aufzugsvorraum und am Zugang zum Treppenhaus aufhängen
- Bodenbelag in Farbe oder Muster je Etage unterscheiden, als stiller, aber ständiger Hinweis
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Wie gestalten Sie den Aufzugsvorraum?#
Der Aufzugsvorraum ist der erste Raum, den man auf jeder Etage betritt, und damit der wichtigste Ort für die Etagenkennzeichnung. Bringen Sie direkt gegenüber der Aufzugstür ein großes, kontrastreiches Schild mit Name oder Nummer der Etage in ihrer Farbe an. Dazu kommen Wegweiser zu den wichtigsten Zielen auf dieser Ebene. Der Vorraum sollte sich deutlich von denen der anderen Etagen unterscheiden, durch Farbe, Bilder oder einen markanten Gegenstand. Darum geht es: Ohne diesen Unterschied sehen alle Etagen gleich aus, und der Aufzug ist der einzige Weg im Haus, der nichts darüber verrät, wo er ankommt.
Profi-Tipp
Nehmen Sie das Farbsystem mit in den Aufzug. Kennzeichnen Sie die Tasten in den Etagenfarben und hängen Sie eine einfache Etagenübersicht in die Kabine. Wer weiß, dass das eigene Zimmer auf „der blauen Etage“ liegt, kann die blaue Taste drücken, ohne sich eine Etagennummer merken zu müssen.
Wie wird das Treppenhaus lesbar?#
Treppenhäuser sind in Pflegeheimen oft reine Funktionsräume mit kahlen Wänden und kaum Beschilderung. Für alle, die die Treppe nehmen, entsteht so eine Lücke zwischen den gut lesbaren Etagen. Streichen Sie die Wände des Treppenhauses in der Farbe der Etage, zu der sie führen, und bringen Sie auf jedem Absatz ein Etagenschild an. Sorgen Sie für gute Beleuchtung auf Stufen und Absätzen, lassen Sie die Handläufe sich farblich von der Wand abheben und markieren Sie die Stufenvorderkanten mit einem kontrastierenden Streifen, damit jede Stufenkante zu sehen ist. Ob für Ihr Haus besondere Vorgaben zu Kontrast und Stufenmarkierung gelten, klären Sie mit Ihrer Fachplanung.
Empfohlene Produkte
Unsere Wegweiser und Türschilder lassen sich Etage für Etage farblich abstimmen. Wählen Sie aus den acht Farben, etwa Carolinablau, Viridiangrün, Granatrot oder Heidelila, eine eigene Farbe für jede Ebene. So bilden die Schilder an Aufzug und Treppe und die Schilder auf den Fluren ein zusammenhängendes System. Im Konfigurator sehen Sie jede Farbe am Schild.
Gesicherte Zugänge
In manchen Häusern werden Treppenhäuser und Aufzüge für einzelne Bewohnerinnen und Bewohner zugangsgesichert. Die Beschilderung sollte mit dieser Entscheidung zusammenarbeiten, nicht gegen sie. Kennzeichnen Sie gesperrte Bereiche mit einer Erklärung und einem Hinweis auf den anderen Weg, statt Türen kommentarlos zu verschließen. Ob eine Tür gesichert wird, ist eine eigene Entscheidung mit eigenen rechtlichen Regeln; mehr dazu im Ratgeber zu Ausgängen, Grenzen und Rundwegen.
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