Das Orientierungskonzept fürs Pflegeheim: Schritt für Schritt zum Leitsystem
Ein Leitfaden für ein dokumentiertes Orientierungskonzept: Beschilderung, Raumgestaltung, Farbzonen, Orientierungspunkte und die laufende Überprüfung, zusammengeführt in einem Plan.
Orientierung im Pflegeheim heißt mehr, als Schilder an Türen zu schrauben. Gemeint ist ein Gesamtkonzept: Beschilderung, Architektur, Farbe, Licht, Bodenbeläge, Orientierungspunkte und Sinnesreize greifen ineinander und bilden ein System, an dem sich Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz orientieren können. Ein solches System entsteht nicht durch einzelne Verbesserungen hier und da, sondern durch einen Plan für das ganze Haus.
Warum ein Konzept und nicht einzelne Schilder#
Ohne Konzept wächst die Beschilderung eines Hauses meist nach Bedarf: Ein Schild kommt dorthin, wo sich schon jemand verlaufen hat, statt dort, wo das Gebäude von vornherein eine Antwort geben müsste. So entstehen uneinheitliche Schilder, optische Unruhe und Lücken genau an den Stellen, an denen eine Entscheidung fällt. Ein Konzept beginnt beim Gebäude, nicht bei den Schildern: Welche Wege gehen die Bewohner tatsächlich, wo beginnt jeder davon, und was sagt ihnen das Haus an jedem Punkt unterwegs? Das Ergebnis ist ein dokumentiertes Orientierungskonzept, also ein markierter Grundriss und eine Schilderliste. Auf dieser Grundlage kann ein Hersteller ein Angebot erstellen, und Sie können das Konzept jedem erläutern, der danach fragt.
Die fünf Säulen eines Orientierungskonzepts:
- Schilderhierarchie: ein abgestimmtes System aus primären, sekundären und tertiären Schildern, das von jedem Punkt zu jedem Ziel führt (mehr zur Hierarchie)
- Unterscheidbare Bereiche: Farbe, Materialien und Ausstattung machen Wohnbereiche optisch eigenständig und wiedererkennbar (Farbzonen planen)
- Orientierungspunkte: markante, vertraute Gegenstände an Entscheidungspunkten, an denen sich das räumliche Gedächtnis festhalten kann (Landmarken im Haus)
- Weitere Sinne: Geruch, Klang, Oberflächen und Temperatur ergänzen die sichtbaren Hinweise
- Laufende Überprüfung: das System regelmäßig begehen, Rückmeldungen von Bewohnern und Mitarbeitenden einholen und anpassen, wenn sich etwas ändert
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So entsteht Ihr Konzept#
Am Anfang steht eine gründliche Bestandsaufnahme. Gehen Sie jeden Weg ab, den ein Bewohner nehmen könnte: vom Zimmer ins Bad, vom Wohnzimmer in den Speisesaal, vom Eingang in den Garten. Fragen Sie an jedem Entscheidungspunkt: Ist klar, wohin es geht? Kann jemand mit mittelschwerer Demenz die vorhandenen Hinweise sehen, verstehen und ihnen folgen? Notieren Sie jede Stelle, an der die Antwort Nein lautet. Diese Liste ist die Grundlage des Konzepts: Sie zeigt die Lücken, die Schilder, Farbe, Licht oder Orientierungspunkte schließen müssen. Beziehen Sie Mitarbeitende aller Schichten ein, denn tagsüber und nachts zeigen sich oft unterschiedliche Schwierigkeiten.
Profi-Tipp
Beziehen Sie, wo möglich, Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen in den Rundgang ein. Wer erst kürzlich eingezogen ist, sieht besonders deutlich, welche Bereiche verwirren, weil er die Wege noch nicht aus Gewohnheit kennt.
Die Beschilderung als Rückgrat#
Die Beschilderung ist der sichtbarste Teil jedes Orientierungskonzepts. Ein durchdachtes System gibt auf drei Ebenen Auskunft: Primäre Schilder kennzeichnen Räume und wichtige Ziele, sekundäre Schilder weisen an Abzweigungen die Richtung, tertiäre Schilder bestätigen innerhalb eines Bereichs, wo man ist. Alle Schilder eines Hauses sollten dieselbe Gestaltung teilen: dieselben Farben, dieselbe Schrift, denselben Bildstil. Dann lernt man das System einmal und findet sich damit im ganzen Gebäude zurecht.
Empfohlene Produkte
Unser Sortiment ist als zusammenhängendes System angelegt: von den Türschildern (228 x 228 mm) in Eiche und Nussbaum über Wegweiser (500 x 105 mm) bis zu Fahnenschildern für den Flur. Alle Schilder folgen derselben Gestaltung, damit ein Leitsystem für das ganze Haus aus einem Guss entsteht.
Was Sie damit in der Hand haben
ein dokumentiertes Orientierungskonzept aus markiertem Grundriss und datierter Schilderliste, das Sie bei einer Prüfung vorlegen und erläutern können. Was eine Prüfstelle verlangt und wie sie es gewichtet, beurteilen wir hier nicht; das klären Sie mit Ihrer zuständigen Aufsicht.
Ein Orientierungskonzept ist kein einmaliges Projekt, sondern ein lebendes Dokument. Es ändert sich mit den Menschen, die im Haus wohnen, mit Umbauten und mit neuen Erkenntnissen. Planen Sie feste Termine, etwa vierteljährlich, an denen Sie das Konzept durchgehen: Wo zögern Bewohner, wo fragen sie nach dem Weg, welche Schilder fehlen oder sind verdeckt? Passen Sie den Plan danach an. Wer Orientierung als laufende Aufgabe behandelt und nicht als Pflichtübung, hält sein Leitsystem aktuell. Wenn Sie mit der Planung beginnen möchten, finden Sie im Konfigurator alle Schildtypen und Farben.
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