Farbleitsysteme im Pflegeheim: eine Farbe pro Bereich
Ein Farbleitsystem ordnet jedem Bereich eines Pflegeheims eine eigene Farbe zu. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Farben auswählen, im Haus umsetzen und mit der Beschilderung verbinden, damit Bewohnerinnen, Bewohner und Besuch die Bereiche wiedererkennen.
Eine Farbe lässt sich erkennen, ohne dass man lesen muss. Darauf baut ein Farbleitsystem auf: Jeder Wohnbereich, jede Etage oder jeder Flügel erhält eine eigene Farbe, und diese Farbe begegnet einem überall im Bereich wieder. So entsteht eine einfache visuelle Sprache, die neben der Schrift auf den Schildern eine zweite Orientierungshilfe bietet.
Ein Farbsystem planen#
Ein Farbleitsystem kommt mit wenigen, gut unterscheidbaren Farben aus. Je mehr Farben es gibt, desto schwerer sind sie auseinanderzuhalten und zu merken. Wählen Sie Farben, die sich deutlich voneinander und von den neutralen Wand- und Bodenfarben des Hauses abheben, und mischen Sie warme Töne wie Rot mit kühlen wie Blau oder Grün. Vermeiden Sie zwei ähnliche Töne derselben Farbe, etwa zwei Blau: Bei nachlassender Kontrastwahrnehmung werden sie leicht verwechselt.
So setzen Sie ein Farbleitsystem Schritt für Schritt um:
- Teilen Sie das Haus in sinnvolle Bereiche nach Lage oder Nutzung, zum Beispiel Wohnbereich mit Bewohnerzimmern, Gemeinschaftsbereich, Zugang zum Garten
- Ordnen Sie jedem Bereich eine eigene, kräftige Farbe zu und achten Sie darauf, dass sich die Farben deutlich unterscheiden
- Setzen Sie die Bereichsfarbe einheitlich ein: an Wandakzenten, Türrahmen, Handläufen und auf den Schildern des Bereichs
- Hängen Sie am Haupteingang und an den Informationstafeln eine Farbübersicht auf
- Bitten Sie die Mitarbeitenden, beim Wegweisen die Farben zu nennen, etwa: „Folgen Sie dem Blau zum Speisesaal“
- Stimmen Sie die Schildfarbe auf die Bereichsfarbe ab, damit die Schilder das System stützen
- Prüfen Sie regelmäßig, ob Anstrich, Schilder und weitere Elemente noch zusammenpassen, besonders nach Renovierungen
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Beschilderung und Farbzonen verbinden#
Die Beschilderung trägt das Farbsystem am deutlichsten durch das Haus. Türschilder, Wegweiser und Fahnenschilder eines Bereichs sollten die Bereichsfarbe auf dieselbe Weise zeigen. So entsteht eine sichtbare Verbindung zwischen Schild und Umgebung: Wer im blauen Bereich wohnt, sieht Blau an der Wand, am Türrahmen und auf dem Schild. Die Farbe ergänzt dabei die Schrift, sie ersetzt sie nicht. Ein Bereich, der eine Farbe und einen Namen hat, ist auf zwei Wegen zu erkennen.
Empfohlene Produkte
Unsere Türschilder gibt es in acht Farben. Für Farbzonen eignen sich besonders die farbigen Töne Carolinablau, Viridiangrün, Granatrot, Heidelila und Salbeibraun; Eiche, Nussbaum und Weißkiefer passen zu Bereichen, die wohnlich und neutral bleiben sollen. Geben Sie jedem Bereich seine Schildfarbe und kombinieren Sie im Konfigurator Türschilder, Wegweiser und Fahnenschilder in derselben Farbe.
Profi-Tipp
Wenn Sie ein Farbleitsystem einführen, informieren Sie neben den Mitarbeitenden auch Angehörige und Besuch. Angehörige können die Farben selbst benutzen („Ihr Zimmer liegt im grünen Bereich“). Nehmen Sie die Farbübersicht in Informationstafeln und Faltblätter für Besucher auf. Je einheitlicher alle im Haus die Farben verwenden, desto selbstverständlicher werden sie.
Was ein Farbleitsystem leisten kann#
Ein Farbleitsystem beruht auf einer einfachen Idee: Farbe wird erkannt, nicht gelesen. Deshalb ist es eine Ergänzung zur Beschriftung und kein Ersatz. Entscheidend ist, dass die gewählten Farben sich wirklich unterscheiden lassen, auch für Menschen mit nachlassender Kontrastwahrnehmung. Wie Sie Farben und Helligkeitsunterschiede prüfen, erklärt der Ratgeber Farbe und Kontrast in der demenzgerechten Gestaltung.
Häufiger Fehler
Das Farbsystem nur auf die Schilder zu beschränken. Wirksamer ist es, wenn die Bereichsfarbe auch an Wänden, Türrahmen, Handläufen und Möbelakzenten erscheint, bis hin zu den Schlüsselbändern der Mitarbeitenden. Je durchgängiger eine Farbe eingesetzt wird, desto deutlicher wird die Verbindung zum Bereich.
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