Flure, die den Weg zeigen: Orientierung im Pflegeheim gestalten
Flure gehören für Menschen mit Demenz zu den schwierigsten Wegen im Haus. Dieser Leitfaden zeigt, wie aus gleichförmigen Gängen nachvollziehbare Wege werden: mit Beschilderung, Farbwechseln, Merkpunkten, Licht und Bodenbelag.
Flure verbinden im Pflegeheim Bewohnerzimmer mit Bädern, Wohnzimmer mit Speisesaal, private mit gemeinschaftlichen Räumen. Gleichzeitig verlieren Menschen mit Demenz gerade hier leicht die Orientierung. Der Grund ist Gleichförmigkeit: lange, gerade Gänge mit identischen Türen, einheitlicher Wandfarbe und gleichmäßigem Licht bieten keine der Unterscheidungen, die man braucht, um sich im Raum zurechtzufinden.
Gleichförmigkeit aufbrechen#
Der wichtigste Grundsatz lautet Unterscheidbarkeit. Jeder Flurabschnitt sollte sich von den anderen abheben. Dafür braucht es keinen Umbau: Wandfarben, Bilder, auffällige Möbel oder Regale und eine abwechslungsreiche Beschilderung reichen oft aus. Ziel ist eine Folge kleiner Zonen mit eigenem Charakter, sodass man den Flur abschnittsweise wiedererkennt, statt ihn als einen einzigen langen Gang im Kopf zu behalten. Drei oder vier unterscheidbare Zonen in einem langen Flur sind ein sinnvolles Ziel, und jede Zonengrenze ist ein guter Platz für ein Fahnenschild.
So machen Sie Flurabschnitte unterscheidbar:
- Unterschiedliche Wandfarben oder Akzentwände je Abschnitt, mit gutem Kontrast zu Türen und Schildern
- Bilder, Erinnerungskästen oder Vitrinen in regelmäßigen Abständen als sichtbare Merkpunkte
- Fahnenschilder an Abzweigungen, damit Ziele schon vor dem Entscheidungspunkt zu sehen sind
- Markierungen am Boden oder kontrastierende Teppichkanten, die den Weg zu wichtigen Zielen anzeigen
- Persönlich gestaltete Türschilder an den Bewohnerzimmern, damit sich jede Tür von der nächsten unterscheidet
- Sackgassen möglichst vermeiden und, wo es sie gibt, mit klarer Beschilderung zurückleiten
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Wo die Schilder im Flur hängen#
Ein Schild muss dort sichtbar sein, wo die Entscheidung fällt, und nicht erst, wenn die Abzweigung schon passiert ist. Fahnenschilder stehen im rechten Winkel von der Wand ab und sind deshalb an Abzweigungen besonders nützlich: Man kann sie schon beim Herankommen lesen. Türschilder sollten an jeder Tür auf derselben Seite und auf derselben Höhe hängen. Wegweiser zu Toilette, Speisesaal und Wohnzimmer gehören an jede Abzweigung und auf geraden Fluren in Abständen von höchstens etwa 15 Metern. Was genau an eine Abzweigung gehört, beschreibt unser Leitfaden zu Abzweigungen und Entscheidungspunkten.
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Unsere Fahnenschilder stehen im rechten Winkel von der Wand ab und sind so schon beim Herankommen an eine Abzweigung lesbar. Es gibt sie in Eiche und Nussbaum, und zusammen mit Türschildern und Wegweisern ergeben sie ein durchgängiges Leitsystem für den Flur.
Profi-Tipp
Gehen Sie jeden Flur in beiden Richtungen und zu verschiedenen Tageszeiten ab. Was man sieht, hängt vom Licht, von der Gehrichtung und davon ab, ob Türen offen oder geschlossen sind. Ein Schild, das man in der einen Richtung gut sieht, kann in der anderen hinter einer offenen Tür verschwinden.
Licht und Bodenbelag im Flur#
Licht spielt für die Orientierung im Flur eine große Rolle. Ein gleichmäßig ausgeleuchteter Gang wirkt flach und ohne Merkmale. Gezieltes Licht auf Schilder, Merkpunkte und Zieltüren hebt das Wichtige vom Hintergrund ab. Auch der Wechsel des Bodenbelags zwischen Flur und Raum ist ein Hinweis: Er zeigt, dass man von einer Art Raum in eine andere geht.
Bodenbelag
Verzichten Sie im Flur auf dunkle oder stark gemusterte Beläge. Eine dunkle Fläche kann wie ein Loch wirken und ein kräftiges Muster wie ein Hindernis, sodass jemand zögert oder einem Gegenstand ausweicht, der gar nicht da ist. Ein ruhiger, heller Boden mit sanften Farbübergängen an den Türen ist die bessere Wahl.
Aus einem anonymen Durchgang einen nachvollziehbaren Weg zu machen, ist vor allem Zählarbeit: Wie viele Abzweigungen, wie viele Zonen, an wie vielen Stellen sieht man ein flaches Türschild nicht rechtzeitig? Beschilderung, Farbe und Merkpunkte sind die drei Werkzeuge, und sie werden gemeinsam geplant oder gar nicht.
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