Farbgestaltung im Pflegeheim: Farben für Menschen mit Demenz
Farbe hat im Pflegeheim zwei Aufgaben: Sie gibt jedem Bereich einen eigenen Charakter, und sie entscheidet, ob die Schilder an der Wand lesbar sind. Dieser Ratgeber zeigt Farbkonzepte nach Raum, Oberflächen, die Sie meiden sollten, und den Bereich des Hellbezugswerts für Wände mit Schildern.
Farbe hat in einem Pflegeheim zwei Aufgaben. Sie schafft den Kontrast, durch den Schilder, Ausstattung und Übergänge sichtbar werden, und sie gibt jedem Bereich einen Charakter, den man wiedererkennen kann. Die beiden Aufgaben ziehen in verschiedene Richtungen: Eine Wandfarbe, die nur nach Atmosphäre gewählt wird, kann die Schilder darauf unlesbar machen. Beides gelingt, wenn Farbkonzept und Beschilderung zusammen geplant werden und nicht nacheinander.
Warme und kühle Farben nach Raum#
Warme Farben (Rot, Orange, Gelb) wirken wohnlich und lassen einen Raum wärmer erscheinen. Kühle Farben (Blau, Grün, Violett) wirken zurückhaltend und lassen einen Raum größer erscheinen. Praktisch nützt dieser Unterschied vor allem dazu, Räumen verschiedene Charaktere zu geben, damit man sie auseinanderhält: ein Speisesaal, der nicht wie das Wohnzimmer aussieht, ein Wohnzimmer, das nicht wie der Flur aussieht. Im Bad bewähren sich mittlere Töne: dunkel genug, dass sich weißes Waschbecken, Toilette und Haltegriff von der Wand abheben, und hell genug, dass ein kleiner Raum nicht beengt wirkt.
Farbwahl nach Raum:
- Speisesaal: warme Akzente (Rot, Orange, warmes Gelb) und Geschirr, das sich von der Tischdecke abhebt, damit Teller und Tisch nicht im selben Ton erscheinen.
- Bewohnerzimmer: kühle, sanfte Töne (Hellblau, zartes Grün, Lavendel), hell genug, dass sich das Namensschild an der Tür noch von der Zarge abhebt.
- Bad und Toilette: mittlere Töne, die Toilette, Waschbecken und Haltegriffe von Wand und Boden abheben.
- Wohnzimmer und Aufenthaltsraum: abwechslungsreich, mit getrennten Zonen, etwa einer warmen Ecke für Gesellschaft und einer kühleren für Ruhe.
- Flure: ruhige, neutrale Wände mit kontrastreichen Schildern, die sich klar abheben, ohne dass der Flur unruhig wird.
- Eingang: warme, einladende Töne, die eher an ein Zuhause als an eine Einrichtung erinnern.
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Farben und Oberflächen, die Sie meiden sollten#
Manche Farbentscheidungen schaffen eigene Schwierigkeiten. Sehr dunkle, besonders glänzende Böden können wie ein Loch oder wie eine Wasserfläche wirken. Kräftige geometrische Muster auf Boden oder Wand können räumlich statt flach erscheinen. Grell weiße Wände blenden unter Kunstlicht und lassen helle Schilder darauf untergehen. Schwarze Fußmatten oder dunkle Schwellenprofile können wie eine Vertiefung aussehen. Ruhige Flächen und sanfte Farbübergänge zwischen angrenzenden Flächen beugen solchen Täuschungen vor.
Profi-Tipp
Wählen Sie für Wände, an denen Schilder hängen sollen, Farben mit einem Hellbezugswert zwischen etwa 40 und 70. In diesem mittleren Bereich hebt sich eine weiße Schildfläche (Hellbezugswert um 85) noch deutlich ab, und der Flur wirkt trotzdem nicht dunkel. Wie Sie den Unterschied berechnen, steht im Ratgeber Hellbezugswert und Kontrast.
Wandfarbe und Schildfarbe gemeinsam festlegen
Ein Schild, das für eine weiße Wand ausgesucht und dann an eine Akzentwand in mittlerem Ton gehängt wird, hat einen Großteil seines Kontrasts verloren. Das fällt oft erst auf, wenn jemand den Raum nicht findet.
Empfohlene Produkte
Unsere Schilder gibt es in acht Farben, die zu üblichen Farbkonzepten im Pflegeheim passen: von Carolinablau für Zimmerflure bis zu Holzoptiken wie Eiche für den Speisesaal. Ein kostenloses Muster zeigt Ihnen, wie sich eine Farbe an Ihrer Wand abhebt.
Farbe ist im Pflegeheim keine Dekoration, sondern die Hälfte dessen, was eine Beschilderung lesbar macht. Planen Sie Farbkonzept und Schilder als eine Aufgabe, prüfen Sie den Kontrast an der echten Wand statt am Farbfächer, und jeder Bereich bekommt einen Charakter, den man wiedererkennt, und ein Schild, das man lesen kann.
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