Evakuierung und Orientierung im Pflegeheim: Sicherheitskennzeichnung und Beschilderung abstimmen
Sicherheitskennzeichnung setzt voraus, dass jeder ein Piktogramm liest und einem Pfeil allein und schnell folgt. In einem Haus für Menschen mit Demenz hängt die Evakuierung vor allem am Personal. Wie Sie beide Systeme aufeinander abstimmen.
Die übliche Fluchtwegkennzeichnung, grünes Rettungszeichen und beleuchtete Fluchtwege, setzt voraus, dass jeder das Zeichen liest, den Pfeil versteht und dem Weg allein folgt. In einem Pflegeheim kann ein Teil der Bewohner das nicht oder nicht mehr. Die Evakuierung hängt dort vor allem am Personal, und die Alltagsbeschilderung wie die Sicherheitskennzeichnung sollen es unterstützen, statt sich zu widersprechen.
Was Vorschrift ist, und wessen Sache#
Die Sicherheitskennzeichnung (Notausgänge, Fluchtwege, Brandschutzordnung) richtet sich nach den Brandschutzvorschriften Ihres Landes, und das Evakuierungskonzept eines Hauses wird mit dem Brandschutzbeauftragten, der Feuerwehr oder der zuständigen Behörde festgelegt. Das ist nicht unser Fach, und diese Zeichen stellen wir nicht her. Dieser Beitrag behandelt nur, wie Ihre Orientierungsbeschilderung mit ihnen zusammenpasst.
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Zwei Systeme, ein Gebäude#
Worauf Sie bei der Planung der Orientierungsbeschilderung achten sollten:
- Die Sicherheitskennzeichnung bleibt genau so, wie die Vorschriften es verlangen: Ihre Beschilderung ersetzt sie nicht, verdeckt sie nicht und ahmt sie nicht nach
- Beide Systeme widersprechen sich nie: Ein Orientierungsschild bezeichnet keine Tür als Ausgang, die keiner ist
- Rauch- und Brandschutztüren sowie Abschnittsgrenzen sind für das Personal auf jeder Etage gleich erkennbar
- Wenn Sie eine Farbe pro Etage oder Wohnbereich nutzen, verwendet der Evakuierungsplan dieselben Namen und Farben
- Orientierungsschilder bleiben auch bei Sicherheitsbeleuchtung lesbar: Prüfen Sie das nachts bei einer Übung
Für Bewohner haben Alltagsbeschilderung und Fluchtwegkennzeichnung nicht dieselbe Aufgabe. Die erste hilft tagsüber, einen Raum zu finden; die zweite richtet sich vor allem an Menschen, die sich allein bewegen können, und an das Personal. Gelesen werden beide von denselben Menschen in denselben Fluren: Planen Sie sie gemeinsam, damit keine der anderen widerspricht.
Profi-Tipp
Notieren Sie bei Evakuierungsübungen, wo das Personal zögert, wo ein Orientierungsschild bei Sicherheitsbeleuchtung schlecht lesbar ist und wo eine Brandschutztür mit einer Zimmertür verwechselt werden kann. Mit dieser Liste passen Sie die Beschilderung gemeinsam mit Ihrem Brandschutzbeauftragten an.
Zuerst das Personal#
Im Ernstfall hat das Personal keine Zeit, einen Plan zu lesen: Es muss die Wege kennen. Die Beschilderung soll bestätigen, was es schon weiß, mit denselben Namen für Etagen, Bereiche und Räume wie im Evakuierungsplan und in der Brandschutzordnung. Regelmäßige Übungen nach den Vorgaben Ihres Hauses tun den Rest.
Merksatz
Die Sicherheitskennzeichnung folgt den Vorschriften Ihres Landes und dem Rat Ihres Brandschutzbeauftragten; die Orientierungsbeschilderung wird danach um sie herum geplant, mit denselben Namen und Farben.
Ein im Alltag gut beschildertes Haus mit einem Evakuierungsplan, der dieselbe Sprache spricht wie seine Schilder, gibt dem Personal stimmige Anhaltspunkte, wenn es sie am dringendsten braucht. Mehr zur Orientierung lesen Sie in unseren Beiträgen zu Licht und Beschilderung und zu Häusern mit mehreren Etagen.
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