Neu im Pflegeheim: Orientierung in den ersten Wochen nach dem Einzug
Nach dem Einzug ist im Haus noch nichts vertraut: kein Weg, keine Tür, kein Gesicht. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die ersten Wochen planen, damit neue Bewohnerinnen und Bewohner etwas zum Lesen haben statt nur jemanden zum Fragen.
Der Umzug in ein Pflegeheim ist für jeden Menschen ein Einschnitt. Für Menschen mit Demenz fällt dabei jeder räumliche Bezugspunkt weg, auf den sie sich bisher verlassen haben: der Grundriss der eigenen Wohnung, der Weg ins Bad, der Blick aus dem Fenster. In den ersten Wochen gibt es im neuen Haus noch nichts, woran man sich erinnern könnte. Jeder Weg muss neu gelernt werden. Ein geplantes Vorgehen für diese Zeit hat ein Ziel: Die neue Bewohnerin oder der neue Bewohner soll etwas zum Lesen finden, statt immer jemanden fragen zu müssen.
Die ersten 48 Stunden#
Konzentrieren Sie sich in den ersten zwei Tagen auf die drei wichtigsten Wege: vom Zimmer zur Toilette, vom Zimmer zum Speisesaal und vom Zimmer zum nächsten Aufenthaltsraum. Gehen Sie jeden dieser Wege mehrmals gemeinsam und zeigen Sie dabei auf Schilder, Orientierungspunkte und Farben. Beschreiben Sie den Weg immer mit denselben Worten und nennen Sie dabei, was zu sehen ist: „Ihr Zimmer ist die blaue Tür mit dem Blumenbild, die Toilette ist die nächste Tür links mit dem grünen Schild.“ Wiederholen Sie die Wege zu verschiedenen Tageszeiten, damit sie auch bei anderem Licht wiedererkannt werden.
So unterstützen Sie die Orientierung nach dem Einzug:
- Das persönliche Türschild hängt schon vor dem Einzug, damit das Zimmer vom ersten Tag an gekennzeichnet ist
- Ein vertrauter Gegenstand neben der Tür dient als Orientierungspunkt, etwa ein Familienfoto oder ein Lieblingsstück
- Die wichtigsten Wege werden in der ersten Woche mehrmals täglich gemeinsam gegangen
- Eine einfache Wegekarte zeigt den Weg vom Zimmer zu den wichtigsten Räumen, mit Fotos der Orientierungspunkte unterwegs
- Alle Mitarbeitenden, auch der Nachtdienst, kennen die Zimmernummer und wissen, wo es bisher Schwierigkeiten gab
- Zwei und vier Wochen nach dem Einzug wird geprüft, wie die Orientierung gelingt, und die Unterstützung angepasst
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Das direkte Umfeld persönlich gestalten#
Je persönlicher und unverwechselbarer das unmittelbare Umfeld ist, desto mehr gibt es dort wiederzuerkennen. Ein persönliches Türschild mit Namen und einer vertrauten Farbe oder einem Bild unterscheidet das eigene Zimmer von allen anderen. Eine Erinnerungsvitrine oder ein kleines Regal neben der Tür, gefüllt mit Gegenständen, die Bewohner und Angehörige gemeinsam aussuchen, wird zu einem persönlichen Orientierungspunkt. Im Zimmer selbst können Bett, Sessel und eigene Möbel so stehen wie im früheren Schlafzimmer.
Empfohlene Produkte
Unser personalisiertes Türschild hat eine Papiereinlage für Name und Foto. Sie können es vor dem Einzug bestellen und ausfüllen, sodass das Zimmer bei der Ankunft schon gekennzeichnet ist. Erhältlich in Eiche und Nussbaum, mit klarer, kontrastreicher Schrift.
Profi-Tipp
Fragen Sie die Angehörigen, wie sich die Person zu Hause zurechtgefunden hat. Manche orientieren sich an markanten Punkten, andere an Farben, wieder andere an gesprochenen Hinweisen. Wenn Sie das wissen, können Sie die Begleitung in den ersten Wochen darauf abstimmen.
Feste Bezugspersonen in der Eingewöhnung#
Setzen Sie in den ersten zwei Wochen nach Möglichkeit immer dieselben Mitarbeitenden ein. Wenn dieselbe Pflegekraft dieselben Wege mit denselben Worten geht, hört die neue Bewohnerin oder der neue Bewohner jedes Mal dasselbe statt immer neuer Beschreibungen. Informieren Sie das ganze Team über den Orientierungsplan, benennen Sie aber eine Bezugspflegekraft, die die Begleitung verantwortet. Das gilt auch für den Nachtdienst: Er sollte wissen, wo das Zimmer liegt, wann der Weg zur Toilette wahrscheinlich gebraucht wird und was tagsüber aufgefallen ist.
Schriftlich festhalten
Ein dokumentierter Orientierungsplan mit datierten Zwischenständen hält fest, was einer neuen Bewohnerin oder einem neuen Bewohner gezeigt wurde, von wem und wann. Sonst steckt dieses Wissen nur im Gedächtnis der jeweiligen Schicht.
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