Türschilder im Pflegeheim: Zimmer für Menschen mit Demenz kennzeichnen
Ein Bewohnerzimmer sieht von außen oft aus wie jedes andere auf dem Flur. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, was auf das Türschild gehört, wann sich ein personalisiertes Schild mit Foto lohnt, wie Sie Farbe und Montagehöhe wählen und wie Sie Funktionsräume und Personaltüren beschriften.
In vielen Pflegeheimen gleichen sich die Türen eines Wohnbereichs: gleiche Farbe, gleicher Rahmen, gleiche Klinke. Für Mitarbeitende ist das kein Problem, sie kennen die Zimmernummern. Für Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz, für neue Pflegekräfte und für Angehörige beim ersten Besuch ist das eigene Zimmer dagegen oft nur schwer zu erkennen. Das Türschild ist die einfachste Stelle, an der Sie Orientierung unterstützen können. Dieser Ratgeber richtet sich an Heimleitungen, Wohnbereichsleitungen und Haustechnik in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Türschilder für Bewohnerzimmer, Funktionsräume und Personalbereiche planen oder ersetzen.
Was auf das Türschild eines Bewohnerzimmers gehört#
Ein Bewohnerzimmer braucht auf dem Schild nur wenige Informationen, diese aber eindeutig und auf allen Zimmern in derselben Reihenfolge:
Inhalt eines Zimmerschilds
- Zimmernummer: groß und gut lesbar. Sie dient Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Rettungsdiensten.
- Name: so, wie die Person angesprochen werden möchte, etwa „Frau Huber“ oder „Hans Meier“. Klären Sie das mit der Bewohnerin oder dem Bewohner und den Angehörigen.
- Optional ein Foto: ein Bild der Person, ein vertrautes Motiv oder ein Bild aus einer früheren Lebensphase. Nur mit Einwilligung (siehe unten).
- Bei Doppelzimmern: beide Namen untereinander, in gleicher Schriftgröße.
Lassen Sie alles weg, was nicht der Orientierung dient: Pflegegrad, Diagnosen, Hinweise auf Kostform oder Inkontinenz gehören nicht an eine Tür, an der Besuch, Lieferanten und andere Bewohner vorbeigehen.
Fotos am Zimmer: nur mit Einwilligung#
Ein Name und ein Foto an der Zimmertür sind personenbezogene Daten, die jeder auf dem Flur sehen kann. Holen Sie deshalb eine schriftliche Einwilligung ein, von der Bewohnerin oder dem Bewohner selbst oder, wenn sie oder er nicht mehr einwilligen kann, von der rechtlichen Vertretung (in Deutschland meist Betreuerin, Betreuer oder Bevollmächtigte). In Deutschland und Österreich gilt die Datenschutz-Grundverordnung; Art. 7 DSGVO regelt, wie eine Einwilligung nachzuweisen ist und dass sie jederzeit widerrufen werden kann. In Deutschland bestimmt außerdem § 22 Kunsturhebergesetz (KUG), dass Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden dürfen. In der Schweiz gilt das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG). Stimmen Sie das Vorgehen mit der oder dem Datenschutzbeauftragten Ihres Hauses ab und halten Sie fest, wer eingewilligt hat und wann.
Profi-Tipp
Praxistipp: Nehmen Sie die Frage nach Name und Foto am Türschild in die Unterlagen zum Einzug auf. Dann ist sie geklärt, bevor das Schild bestellt wird, und ein Widerruf lässt sich schnell umsetzen, wenn das Foto nur eingelegt und nicht aufgedruckt ist.
Das Schild zu diesem Ratgeber
Personalisiertes Türschild in Eiche
Eines pro Zimmer. Eine Papiereinlage hinter der Frontplatte zeigt Namen und Foto der Bewohnerin oder des Bewohners; Sie tauschen sie selbst aus, wenn jemand Neues einzieht.
228 x 228 mmDSDC-1A-AkkreditierungVon Wayfinders auf Bestellung gefertigt
Sie wissen schon, was auf jedem Schild stehen soll? Schicken Sie uns die Liste über das Bestellformular.
Türschild oder Personalisiertes Türschild?#
In unserem Sortiment gibt es zwei Wege, ein Bewohnerzimmer zu kennzeichnen.
Türschild, 228 x 228 mm#
Das quadratische Türschild trägt ein Bild und das Wort für den Raum, zum Beispiel „Schlafzimmer“. Es eignet sich für Zimmer, deren Funktion gleich bleibt, und für Wohngruppen, in denen Sie alle Zimmer einheitlich kennzeichnen möchten. Name und Nummer ergänzen Sie dann daneben oder darunter. Welche Raumbilder und Wörter es gibt, sehen Sie im Konfigurator.
Personalisiertes Türschild#
Das Personalisierte Türschild hat eine Papiereinlage für Name und Foto. Zieht jemand aus oder um, tauschen Sie nur die Einlage, nicht das Schild. Das passt zu Häusern mit häufigen Ein- und Auszügen und zu Einwilligungen, die jederzeit widerrufen werden können. Mehr zur Gestaltung lesen Sie im Ratgeber personalisierte Schilder.
Sie können beides kombinieren: das Personalisierte Türschild an den Bewohnerzimmern, das Türschild mit Bild an Toilette, Badezimmer und Gemeinschaftsräumen. Wann ein Fahnenschild, das von der Wand absteht, die bessere Wahl ist als ein Schild auf der Tür, erklärt der Ratgeber Türschild oder Fahnenschild.
Farbe: Kontrast zählt mehr als der Farbton#
Unsere Schilder gibt es in acht Farben: Eiche, Nussbaum, Weißkiefer, Carolinablau, Granatrot, Heidelila, Salbeibraun und Viridiangrün. Wählen Sie die Farbe nicht nur nach Geschmack, sondern danach, wie sich das Schild von Tür und Wand abhebt. Ein Schild in Eiche auf einer Tür in heller Buche fällt kaum auf; dasselbe Schild auf einer weißen Tür ist deutlich zu sehen.
Den Maßstab dafür beschreibt DIN 32975:2009-12 „Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung“. Die Norm bewertet Kontrast als Leuchtdichtekontrast, also als Unterschied der Helligkeit zwischen zwei Flächen, und nicht nach dem Farbton. Farbe kann eine Information unterstützen, einen zu geringen Helligkeitsunterschied aber nicht ausgleichen. Dieses Prinzip, Kontrast an der Helligkeit zu messen, können Sie an jeder Tür anwenden, auch in Österreich und der Schweiz, wo eigene Regelwerke gelten. Was die Norm sonst regelt, fasst unser Ratgeber Beschilderung im Pflegeheim nach DIN 18040 und DIN 32975 zusammen. Wie Sie Hellbezugswerte vergleichen, steht im Ratgeber Kontrast und LRV.
So wählen Sie die Farbe
- Helle Türen (weiß, hellgrau, helles Holz): eine dunkle Farbe wie Nussbaum, Granatrot, Heidelila oder Viridiangrün.
- Dunkle Türen (Nussbaum, Anthrazit): eine helle Farbe wie Weißkiefer oder Eiche.
- Farbige Türen: Prüfen Sie Schild und Tür nebeneinander bei Tages- und Kunstlicht, bevor Sie für einen ganzen Wohnbereich bestellen.
- Eine Farbe je Wohnbereich hält das Bild ruhig; eine andere Farbe je Wohnbereich kann helfen, Bereiche voneinander zu unterscheiden.
Montageposition und Höhe#
Entscheidend ist, dass alle Schilder eines Hauses an derselben Stelle hängen. Wer einmal gelernt hat, wo das Schild sitzt, sucht dort auch an der nächsten Tür. Wir empfehlen:
Unsere Empfehlung zur Montage
- Auf dem Türblatt oder an der Wand direkt neben der Tür, auf der Seite der Klinke. Auf der Bandseite verschwindet das Schild, sobald die Tür offen steht.
- Etwa 1.200 mm vom Boden bis zur Mitte des Schilds, damit es im Stehen wie im Sitzen, etwa im Rollstuhl, im Blickfeld liegt; mehr dazu im Ratgeber Montagehöhen.
- Nicht gegenüber einem Fenster oder unter einem Spot, der sich auf der Oberfläche spiegelt.
- Auf langen Fluren zusätzlich ein Fahnenschild an Toiletten und Gemeinschaftsräumen, damit sie schon von weitem zu sehen sind.
Hinweis
Bei Brandschutz- und Rauchschutztüren klären Sie vor der Montage mit der Haustechnik und dem Türhersteller, ob ein Schild auf das Türblatt geklebt werden darf oder an die Wand neben der Tür gehört.
Funktionsräume: einfache deutsche Wörter#
Für Räume, die Bewohnerinnen und Bewohner selbst aufsuchen, gilt: das Alltagswort statt des Fachbegriffs, dazu ein eindeutiges Bild. „Toilette“ statt „WC“ oder „Sanitärraum“, „Speisesaal“ statt „Restaurant“ oder „Mehrzweckraum“. Im Konfigurator finden Sie unter anderem:
Raumbezeichnungen im Konfigurator
- Toilette, Badezimmer, Dusche
- Speisesaal, Wohnzimmer, Aufenthaltsraum
- Aktivitätenraum, Ruheraum, Leseraum, Fernsehraum
- Besucherraum, Familienzimmer, Andachtsraum, Garten
Die Toilette verdient besondere Sorgfalt, denn sie wird oft gesucht. Kennzeichnen Sie sie auf der Tür und, wo der Flur lang ist, zusätzlich mit einem Wegweiser oder Orientierungsschild (500 x 105 mm) vom Aufenthaltsraum aus. Hinweise zur Platzierung gibt der Ratgeber Toiletten und Badezimmer beschildern. Schreiben Sie das Wort so, wie man es in Ihrer Region sagt: In Österreich und der Schweiz ist zum Beispiel „Lift“ geläufiger als „Aufzug“. Im Konfigurator heißt der Raum „Aufzug“; „Lift“ können Sie über das Bestellformular als eigenen Wortlaut angeben.
Personaltüren: Dezente Schilder#
Nicht jede Tür soll auffallen. Dienstzimmer, Heimleitung, Lager, Wäscherei oder Technikraum müssen für Mitarbeitende und Besuch erkennbar sein, sollen Bewohnerinnen und Bewohner aber nicht hineinlocken. Dafür gibt es das Dezente Schild im Format 304 x 76 mm: schmal, ohne großes Bild, in einer Farbe, die sich wenig von der Tür abhebt. So setzen Sie starken Kontrast nur an den Türen ein, die Bewohnerinnen und Bewohner finden sollen, und halten die übrigen zurückhaltend. Mehr dazu im Ratgeber Dezente Schilder für Personalbereiche.
Checkliste vor der Bestellung#
Bevor Sie bestellen
- Liste aller Türen je Wohnbereich: Bewohnerzimmer, Funktionsräume, Personaltüren.
- Für jedes Bewohnerzimmer: Nummer, gewünschte Anrede, Einwilligung zu Name und Foto.
- Schildtyp je Tür: Türschild, Personalisiertes Türschild, Fahnenschild oder Dezentes Schild.
- Farbe je Wohnbereich, geprüft gegen Tür- und Wandfarbe.
- Montageseite und -höhe, einheitlich für das ganze Haus; Brandschutztüren geklärt.
Wenn Sie die Liste haben, stellen Sie Ihre Schilder im Konfigurator zusammen oder sehen sich zuerst den Katalog an. Weitere Hinweise zu Schlafzimmertüren gibt der Ratgeber Schlafzimmer beschildern.
Quellen
- DIN 32975:2009-12 Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung (Beschreibung, nullbarriere.de)
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 7 Bedingungen für die Einwilligung (EUR-Lex)
- § 22 Kunsturhebergesetz (KUG), gesetze-im-internet.de
- Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG), SR 235.1, fedlex.admin.ch
Kostenlose Sofort-Schätzung
Was kostet eine komplette Beschilderung?
Beschreiben Sie Ihre Einrichtung und erhalten Sie sofort einen Budgetrahmen für eine vollständige demenzgerechte Beschilderung.
Zum KostenrechnerÄhnliche Artikel
Beschilderung im Pflegeheim: Was DIN 18040 und DIN 32975 vorgeben
Wer Türschilder und Wegweiser für ein Pflegeheim plant, stößt schnell auf drei Normen: DIN 18040, DIN 32975 und DIN 32986. Dieser Ratgeber erklärt, was jede davon regelt, wann sie verbindlich ist und wie Sie die Anforderungen in eine Ausschreibung übersetzen.
LesenBewohnerzimmer im Pflegeheim beschildern: ein Ratgeber
Wie Sie Türschilder für Bewohnerzimmer auswählen und montieren, damit Menschen mit Demenz ihr eigenes Zimmer leichter wiederfinden: Inhalt, Kontrast, Montagehöhe und Pflege der Beschilderung.
LesenPersonalisierte Türschilder im Pflegeheim: Name und Foto an der Tür
Personalisierte Türschilder machen aus einem Flur mit gleichen Türen einen Flur mit erkennbaren Zimmern. Schilder mit Papiereinlage, persönlichen Fotos und Erinnerungsvitrinen helfen Menschen mit Demenz, ihre eigene Zimmertür wiederzuerkennen.
LesenTürschild oder Fahnenschild: was passt wo?
Türschild und Fahnenschild haben im Orientierungssystem eines Pflegeheims unterschiedliche Aufgaben. Dieser Vergleich zeigt, wann welcher Typ seine Stärken ausspielt und wie Sie beide zusammen einsetzen.
Lesen














