Demografischer Wandel: warum Beschilderung zur Planungsgrundlage wird
Mit der Alterung der Bevölkerung werden kognitive Einschränkungen im Pflegeheim zum Normalfall. Die praktische Folge: Lesbare Beschilderung ist kein Extra für einen Wohnbereich mehr, sondern Planungsgrundlage für das ganze Haus.
Deutschland, Österreich und die Schweiz altern, wie der Rest Europas, und das Risiko einer Demenz steigt mit dem Alter. Die Statistikämter der drei Länder veröffentlichen die Vorausberechnungen. Für ein Pflegeheim ist die praktische Folge einfach: Bewohner mit kognitiven Einschränkungen sind keine besondere Gruppe mehr, sie sind der Normalfall.
Planungsgrundlage statt Extra#
Lesbare Beschilderung für diese Bewohner ist deshalb kein Nischenthema für einen Wohnbereich, sondern Grundausstattung des ganzen Hauses. Sie wird besser bei Neubau oder Umbau mitgeplant als nachträglich, weil nachträglich angebrachte Schilder auf Wände, Farben und Licht treffen, die ohne sie gewählt wurden.
Was diese Entwicklung für ein Projekt bedeutet:
- Neubauten und Umbauten brauchen einen vollständigen Beschilderungsplan, nicht nur die Sicherheitskennzeichnung
- Ältere Häuser, geplant bevor sich die Frage stellte, müssen ihre Orientierungsbeschilderung überarbeiten
- Angehörige schauen bei der Besichtigung eines Hauses genauer auf die Räume
- Häufigere Ein- und Umzüge verlangen Zimmerschilder, die sich leicht aktualisieren lassen
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Neubau und Umbau#
Im Neubau wird die Beschilderung zusammen mit Wandfarben, Licht und Türpositionen geplant: So entstehen ausreichender Kontrast und Schilder, die dort sichtbar sind, wo man sie braucht. Im Bestand beginnt man mit einer Aufnahme Tür für Tür und kümmert sich zuerst um Toiletten, Gemeinschaftsräume und Entscheidungspunkte.
Profi-Tipp
Wenn Sie einen Neubau oder Umbau vorbereiten, nehmen Sie die Beschilderung von Anfang an ins Raumprogramm auf, statt sie erst bei der Übergabe zu behandeln. Farben, Licht und Schildpositionen lassen sich dann ohne Nacharbeit abstimmen.
Was ein Beschilderungsplan enthält#
Ein vollständiger Plan beantwortet für jede Tür und jeden Flur dieselben Fragen:
- Welcher Raum ist es, und wie heißt er im Alltag des Hauses (der Name, den Bewohner und Team wirklich benutzen)?
- Welcher Schildtyp passt: Türschild 228 x 228 mm, Fahnenschild für lange Flure, dezentes Schild 304 x 76 mm für Personal- und Funktionsräume?
- Wo stehen Entscheidungspunkte, an denen ein Wegweiser (500 x 105 mm) den Weg zeigt?
- Auf welcher Höhe und auf welcher Seite hängt das Schild, und zwar an jeder Tür gleich?
- Welche Farbe bekommt welche Raumart oder welcher Wohnbereich, und ist der Kontrast zur Wand vor Ort geprüft?
- Wer aktualisiert die Zimmerschilder bei einem Einzug oder Umzug?
Im Bestand: in welcher Reihenfolge?#
Ein bestehendes Haus muss nicht in einem Schritt neu beschildert werden. Beginnen Sie mit den Wegen, die jeden Tag gegangen werden: vom Zimmer zur Toilette, zum Speisesaal und zum Aufenthaltsraum. Danach kommen die Entscheidungspunkte, an denen sich Flure teilen oder ein Aufzug ankommt. Personal- und Funktionsräume erhalten zuletzt ein zurückhaltendes Schild, damit sie nicht als Ziel wirken. Die Sicherheitskennzeichnung und die Kennzeichnung der Flucht- und Rettungswege bleiben dabei unverändert und werden von keinem neuen Schild verdeckt.
Gehen Sie den Weg vorher selbst ab, am besten zusammen mit Pflege, Hauswirtschaft und Haustechnik und, wo möglich, mit Bewohnern und Angehörigen. Bleiben Sie an jeder Stelle stehen, an der man sich fragen könnte, wohin es weitergeht, und notieren Sie, was dort fehlt. Fragen zur Montage an Brandschutztüren klären Sie mit Ihrer Fachplanung, bevor Sie bestellen.
Ob Neubau oder Umbau: Unser Sortiment deckt jeden Raum, jeden Flur und jeden Entscheidungspunkt ab. Senden Sie uns Ihre Grundrisse für einen kostenlosen Beschilderungsplan, oder bestellen Sie ein kostenloses Mini-Muster.
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