Signage for Care

Demenzgerechte Umgebung im Pflegeheim: Checkliste Raum für Raum

9 Min. LesezeitSignage for Care5. November 2026

Diese praktische Checkliste führt Heimleitungen, Träger und Planungsteams Raum für Raum durch das Haus. Nutzen Sie sie als Arbeitsdokument, um Lücken zu finden und Verbesserungen nach Dringlichkeit zu ordnen.

Eine demenzgerechte Umgebung entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch systematische Aufmerksamkeit für jeden Bereich des Hauses. Diese Checkliste stützt sich auf Grundsätze der demenzgerechten Gestaltung und auf praktische Erfahrung. Nutzen Sie sie als Arbeitsinstrument: Drucken Sie sie aus, gehen Sie jeden Bereich ab und markieren Sie jeden Punkt mit „erfüllt“, „teilweise“ oder „Handlungsbedarf“. Gehen Sie zuerst an, was der Orientierung und der Sicherheit am meisten hilft.

Eingang und Empfang#

Prüfen Sie Eingang und Empfang auf folgende Punkte:

  • Gut sichtbare, kontrastreiche Beschilderung mit Name des Hauses und Eingang, schon vom Parkplatz und vom Zugangsweg aus
  • Der Empfang ist beim Eintreten sofort zu sehen, nicht hinter einer Ecke versteckt
  • Türgriffe und Drückerplatten heben sich farblich von der Tür ab
  • Der Boden ist einheitlich, nicht spiegelnd und ohne dunkle Matten, die wie ein Loch wirken können
  • Ein Begrüßungsschild oder eine Orientierungstafel hängt innen auf Augenhöhe
  • Im Empfangsbereich gibt es Sitzplätze mit freiem Blick zum Empfang
  • Das Licht ist gleichmäßig, ohne harte Schatten und ohne Blendung durch Fenster
  • Ist der Empfang nicht ständig besetzt, ist deutlich gekennzeichnet, wo man Personal erreicht
  • Wegweiser zu den wichtigsten Bereichen (Aufenthaltsraum, Speisesaal, Toiletten) sind vom Eingang aus zu sehen

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Flure und Verkehrswege#

Prüfen Sie Gestaltung und Orientierung in den Fluren:

  • Flure sind hell und gleichmäßig beleuchtet, ohne dunkle Stellen
  • Handläufe gibt es auf beiden Seiten, und sie heben sich farblich von der Wand ab
  • Handläufe laufen durch und enden nicht abrupt vor einer Tür oder Ecke
  • Der Boden ist matt, rutschhemmend und einfarbig, ohne harte Wechsel oder Muster
  • An jeder Abzweigung und jedem Entscheidungspunkt hängt ein Wegweiser
  • Die Türschilder der Bewohnerzimmer hängen überall in derselben Höhe und auf der Griffseite der Tür
  • An Flurabzweigungen helfen markante Orientierungspunkte oder Erinnerungsstücke
  • Sackgassen werden vermieden oder sind deutlich beschildert
  • Bei Ausgängen, die Bewohner nicht nutzen sollen, lenkt die Beschilderung auf den gewünschten Weg um
  • Eine kontrastierende Wandschutzleiste oder ein Farbwechsel an der Wand gibt optische Tiefe

Bewohnerzimmer#

Prüfen Sie in jedem Bewohnerzimmer:

  • Das Türschild zeigt den Namen der Bewohnerin oder des Bewohners in großer, klarer Schrift und ein persönliches Foto oder vertrautes Bild
  • Der Lichtschalter ist leicht zu finden und hebt sich von der Wand ab
  • Der Weg vom Bett ins Bad ist frei, ohne Hindernisse und nachts durch ein Nachtlicht oder Bewegungsmelder beleuchtet
  • Die Badezimmertür ist beschildert und vom Bett aus zu sehen
  • Schrank, Schubladen und Ablagen sind mit Wort oder Bild beschriftet
  • Die Bettwäsche hebt sich vom Boden ab, damit das Bett gut zu erkennen ist
  • Ein vertrauter Gegenstand oder eine Erinnerungsvitrine an oder in der Tür hilft beim Wiedererkennen des Zimmers
  • Die Rufanlage ist vom Bett aus erreichbar und deutlich von anderen Schaltern zu unterscheiden

Bäder und Toiletten#

Prüfen Sie Bäder und Toiletten:

  • Die Toilettentür trägt ein kontrastreiches Bildschild
  • Der Toilettensitz hebt sich vom Boden und vom Toilettenbecken ab
  • Haltegriffe heben sich farblich von der Wand ab
  • Warm und kalt sind an den Armaturen deutlich farblich gekennzeichnet
  • Spiegel lassen sich bei Bedarf abdecken oder abnehmen
  • Der Boden ist rutschhemmend, matt und einfarbig
  • Toilettenpapierhalter und Seifenspender heben sich von der Wand ab und sind gut erreichbar
  • Das Licht ist hell und gleichmäßig und wirft keine Schatten auf Toilette oder Haltegriffe
  • Das Schild ist schon auf dem Weg durch den Flur zu sehen, nicht erst direkt vor der Tür

Profi-Tipp

Fangen Sie bei den Toiletten an: Die Toilette ist der Raum, den Bewohner am häufigsten und am kurzfristigsten finden müssen. Kennzeichnen Sie jede Toilettentür mit einem kontrastreichen Bildschild (unser Toilettenschild ist nach DSDC 1A akkreditiert) und prüfen Sie, ob es schon aus dem Flur zu erkennen ist und nicht erst an der Tür.

Speisesaal#

Prüfen Sie den Speisesaal:

  • Der Eingang zum Speisesaal ist mit einem klaren, kontrastreichen Bildschild gekennzeichnet
  • Geschirr und Besteck heben sich von der Tischfläche ab
  • Die Tische heben sich vom Boden ab
  • Das Licht lässt Speisen und Gesichter gut erkennen, ohne zu blenden
  • Speisepläne sind in großer, klarer Schrift gestaltet, möglichst mit Fotos der Gerichte
  • Die Sitzordnung erleichtert räumliche Orientierung und Gespräche am Tisch
  • Eine gut lesbare Uhr ist zu sehen und hilft, sich zeitlich zu orientieren

Aufenthaltsräume und Gemeinschaftsbereiche#

Prüfen Sie die gemeinsamen Wohnbereiche:

  • Der Eingang zum Aufenthaltsraum ist mit einem Bildschild klar gekennzeichnet
  • Möbel heben sich von Boden und Wänden ab
  • Die Sitzplätze sind so gestellt, dass Gespräche möglich sind und der Blick frei auf Fernseher und Fenster fällt
  • Fernbedienungen und häufig genutzte Dinge sind erreichbar und gut zu erkennen
  • Aktivitätenräume sind beschildert und ohne verwinkelte Flure erreichbar
  • Der Zugang nach draußen ist beschildert und von den Gemeinschaftsräumen aus zu sehen
  • Es gibt wenig Unordnung, damit das eine wichtige Schild auch gesehen wird

Garten und Außenbereich#

Prüfen Sie Zugang und Sicherheit im Außenbereich:

  • Der Gartenzugang ist deutlich beschildert und von innen zu sehen
  • Die Wege sind eben, rutschhemmend und einfarbig
  • Die Wege bilden einen Rundweg, der zum Eingang zurückführt
  • In regelmäßigen Abständen gibt es Sitzplätze, auch im Schatten
  • Die Bepflanzung ist ungiftig und spricht die Sinne an (duftende Kräuter, Blätter zum Anfassen)
  • Die Türen zurück ins Haus sind deutlich beschildert und voneinander zu unterscheiden
  • Zäune und Einfriedungen sind sicher, wirken aber nicht wie eine Absperrung

Empfohlene Produkte

Viele Punkte dieser Checkliste lassen sich mit unseren demenzgerechten Türschildern abhaken. Es gibt sie in acht Farben, darunter Eiche, Nussbaum und Weißkiefer, passend zu Ihrer Einrichtung, und für alle Raumarten dieser Checkliste. Bestellen Sie ein kostenloses Muster, um Qualität und Oberfläche zu prüfen, bevor Sie die ganze Beschilderung bestellen.

So arbeiten Sie mit der Checkliste#

Gehen Sie mit der Checkliste jeden Bereich des Hauses ab, am besten gemeinsam mit jemandem, der auf der jeweiligen Etage oder im Wohnbereich arbeitet. Markieren Sie jeden Punkt als erfüllt, teilweise erfüllt oder mit Handlungsbedarf. Gehen Sie zuerst Sicherheitsthemen an (Licht, Boden, Kontrast der Haltegriffe), dann die Orientierung (Schilder, Orientierungspunkte, Farbzonen), dann die persönliche Gestaltung (Türschilder der Bewohnerzimmer, Erinnerungsvitrinen). Wiederholen Sie den Rundgang regelmäßig, um Fortschritte zu sehen und neue Lücken zu finden. Teilen Sie die Ergebnisse mit Heim- und Pflegedienstleitung und machen Sie die Umgebung zu einem festen Punkt in Teambesprechungen. Wie Sie die Beschilderung im Einzelnen prüfen, zeigt die Checkliste für den Rundgang.

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