Beschilderung und Stürze: Was Orientierungsschilder leisten und was nicht
Wenn ein Sturz nachbesprochen wird, gehört die Umgebung dazu, und mit ihr die Beschilderung. Dieser Beitrag behandelt nur diesen Teil: ob eine Bewohnerin die Tür, die sie sucht, schon dort erkennt, wo sie losgeht, aus diesem Abstand und bei dem Licht, das dort tatsächlich herrscht.
Stürze gehören zu den Ereignissen, die im Pflegeheim am genauesten dokumentiert werden. Zur Nachbesprechung gehört auch die Umgebung: Licht, Bodenbelag und die Frage, ob die Bewohnerin oder der Bewohner erkennen konnte, wohin der Weg führt. Dieser Beitrag behandelt nur die Beschilderung. Wir behaupten nicht, dass ein Schild einen Sturz verhindert. Ein Schild zeigt, welche Tür welche ist, und das lässt sich prüfen.
Was ein Schild tut und was nicht#
Ein Schild tut genau eines: In dem Moment, in dem jemand etwas sucht, zeigt es, welche Tür welche ist und wohin es weitergeht. An Beweglichkeit, Gleichgewicht oder Medikation ändert es nichts. Es kann aber dafür sorgen, dass die Toilettentür vom Wohnzimmer aus erkennbar ist, die Zimmertür vom Flur aus und die Badtür neben dem Kleiderschrank als Badtür. Und zwar aus dem Abstand und bei dem Licht, bei dem die Bewohnerin oder der Bewohner das Schild tatsächlich liest.
Was Sie auf den meistgenutzten Wegen prüfen sollten:
- Ist die nächste Toilette so beschildert, dass das Schild von jedem Sitzplatz im Gemeinschaftsraum aus zu sehen ist, nicht nur vom Flur davor?
- Steht an jeder Abzweigung ein Wegweiser, sodass keine Richtung geraten werden muss?
- Hebt sich jedes Schild deutlich genug von Tür und Wand ab, um es ohne genaues Hinsehen zu erkennen?
- Ist die Schrift groß genug, um sie von dort zu lesen, wo die Bewohnerin losgeht, und nicht erst aus Armlänge?
- Ist die Badtür in jedem Zimmer von den Schrank- und Abstellraumtüren daneben zu unterscheiden?
- Sind die Schilder auf den Wegen, die nachts genutzt werden, bei der Beleuchtung lesbar, die im Haus nach Einbruch der Dunkelheit wirklich brennt?
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Kontrast und Schriftgröße#
Zwei Dinge entscheiden, ob ein Schild lesbar ist: der Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund und die Schriftgröße im Verhältnis zum Leseabstand. Beides können Sie prüfen, bevor Sie etwas bestellen. Halten Sie das geplante Schild an die Tür und schauen Sie von dort, wo eine Bewohnerin es zuerst braucht: von der Tür des Wohnzimmers, vom Ende des Flurs, vom Sessel neben dem Bett. Können Sie es von dort nicht lesen, hilft eine größere Schrift oder eine kontrastreichere Farbkombination, nicht ein zweites Schild. Mehr dazu im Beitrag zum Hellbezugswert.
Profi-Tipp
Nehmen Sie eine Prüfung der Beschilderung in Ihre Unterlagen zur Sturzrisikoeinschätzung auf. Halten Sie bei jeder Sturznachbesprechung fest, was an dieser Stelle zu dieser Tageszeit beschildert und lesbar war. Taucht dieselbe unbeschilderte Abzweigung oder derselbe dunkle Flur immer wieder auf, ist das der Teil der Umgebung, den Sie sich zuerst ansehen sollten.
Prüfen Sie jedes Schild auch aus Sitzhöhe, nicht nur im Stehen. Ein Schild, das für einen stehenden Erwachsenen angebracht ist, kann aus dem Rollstuhl von einem Türrahmen, einem Wagen oder einer anderen Person verdeckt sein.
Beschilderung auf den Wegen in der Nacht#
Nachts sind Schilder am schwersten zu lesen. Flure und Zimmer sind bewusst gedämpft beleuchtet, und ein Schild, das mittags tadellos lesbar ist, kann um drei Uhr morgens unsichtbar sein. Bringen Sie Schilder dort an, wo ein Nachtlicht oder die niedrige Flurbeleuchtung tatsächlich auf sie fällt, und gehen Sie den Weg im Dunkeln ab, statt es anzunehmen. Am wichtigsten sind dabei die Badtüren in den Zimmern, denn sie liegen oft neben Schranktüren in gleicher Größe, Farbe und Oberfläche. Mehr dazu im Beitrag zur Orientierung in der Nacht.
Empfohlene Produkte
Unsere Schilder sind kontrastreich gestaltet. Der erhabene 3D-Strukturdruck auf 5 mm starkem, massivem weißem Acryl lässt sich auch ertasten. An Toiletten- und Badtüren können Sie sie mit Türaufklebern kombinieren, die die Tür auf größerer Fläche kennzeichnen.
Beschilderung ist keine Maßnahme der Sturzprophylaxe, und wir verkaufen sie nicht als solche. Sie ist der Teil der Umgebung, der zeigt, welche Tür welche ist. Sie zu prüfen kostet nichts, lässt sich gut dokumentieren und gehört zu den wenigen Dingen in der Umgebung, die ein Haus an einem Nachmittag ändern kann.
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Zum KostenrechnerÄhnliche Artikel
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