Mitarbeitende schulen: Beschilderung und Orientierung im Pflegeheim
Auch die beste demenzgerechte Beschilderung braucht Mitarbeitende, die wissen, wozu sie da ist. Wer Platzierung, Pflege und den Umgang mit Schildern in der Begleitung schult, macht aus einem Ausstattungsdetail ein Werkzeug im Alltag.
Die Montage einer demenzgerechten Beschilderung ist ein wichtiger Schritt, aber nicht der letzte. Ob Schilder im Alltag tatsächlich genutzt werden oder nur an der Wand hängen, hängt davon ab, was die Mitarbeitenden über sie wissen. Wer versteht, warum ein Schild genau dort hängt, wie Bewohnerinnen und Bewohner auf Bild und Farbe reagieren und was nötig ist, damit Schilder lesbar bleiben, kann die Umgebung gezielt einsetzen. Dieser Leitfaden gibt einen Rahmen für die Schulung von Mitarbeitenden zu Beschilderung und Orientierung.
Warum Schulung dazugehört#
Ein richtig montiertes Toilettenschild ist nützlich. Noch nützlicher wird es, wenn Mitarbeitende in ihren Wegbeschreibungen darauf verweisen: „Gehen Sie den Flur entlang bis zum blauen Toilettenschild rechts.“ Wer die Grundsätze der Platzierung kennt, sieht außerdem, wenn ein Schild von einem Möbelstück verdeckt wird, wenn eine geänderte Beleuchtung es schwer lesbar macht oder wenn die Zimmertür einer neuen Bewohnerin noch ein persönliches Schild braucht.
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Inhalte der Schulung#
Eine Schulung zu Beschilderung und Orientierung sollte abdecken:
- Die Grundlagen demenzgerechter Gestaltung: warum hoher Kontrast, vertraute Piktogramme und einheitliche Platzierung wichtig sind
- Was die Akkreditierung nach DSDC 1A bedeutet und was nicht
- Platzierung: Höhe, Seite der Tür, Licht und Abstand zur Tür
- Einen einfachen Orientierungs-Check, bei dem man die Wege der Bewohnerinnen und Bewohner selbst abgeht
- Wegbeschreibungen mit Bezug auf Schilder statt auf Erinnerung
- Erkennen, wann ein Schild verdeckt, beschädigt oder nicht mehr zutreffend ist
- Persönliche Gestaltung: Fotos, Namensschilder und Erinnerungskästen neben der Standardbeschilderung
- Wie Mängel an Schildern gemeldet und behoben werden
- Die Bedürfnisse einzelner Bewohnerinnen und Bewohner und wie man die Begleitung daran anpasst
Grundsätze der Platzierung#
Mitarbeitende sollten wissen, dass die Position eines Schilds geplant ist und nicht zufällig. Alle Schilder einer Art hängen auf derselben Höhe, gut lesbar für jemanden, der langsam geht, mit gesenktem Blick oder im Rollstuhl unterwegs ist. Türschilder gehören auf das Türblatt oder direkt daneben auf die Klinkenseite, nie auf die Wand hinter einer Tür, die oft offen steht. Wegweiser hängen an Entscheidungspunkten, also dort, wo man sich für eine Richtung entscheiden muss. Das Licht sollte die Schildfläche beleuchten, ohne zu spiegeln. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber zu Montagehöhen. Üben Sie diese Grundsätze in der Schulung direkt im Haus.
Profi-Tipp
Planen Sie eine praktische Übung ein: Mitarbeitende gehen einen Weg durch das Haus mit einer Simulationsbrille, die eingeschränktes Sehen nachahmt. So wird greifbar, warum Platzierung, Kontrast und Einheitlichkeit zählen.
Pflege und regelmäßige Kontrolle#
Die Kontrolle der Schilder lässt sich in bestehende Routinen der Hauswirtschaft und Haustechnik einbinden. Ein monatlicher Rundgang prüft, ob alle Schilder sauber, fest montiert, frei sichtbar und gut beleuchtet sind. Mitarbeitende sollten Mängel sofort melden können, statt auf den nächsten Rundgang zu warten. Ein einfaches Protokoll, im Dienstzimmer oder digital geführt, hält fest, wer was gemeldet und behoben hat, und zeigt wiederkehrende Probleme, etwa Schilder, die an engen Stellen immer wieder angestoßen werden.
Gut zu wissen
Eine aktuelle Beschilderung, ohne Schilder für umgewidmete Räume, ohne abgelöste Ecken, ohne Lücken, gehört zu den wenigen Dingen im Haus, die sich an einem Nachmittag prüfen und schriftlich festhalten lassen.
Bewohner mithilfe der Schilder begleiten#
Schulen Sie Mitarbeitende darin, Schilder aktiv zu nutzen. Statt eine Bewohnerin am Arm zum Speisesaal zu führen, geht die Pflegekraft neben ihr, zeigt auf die Schilder und spricht über sie. So bleibt das Schild etwas, das die Bewohnerin selbst liest, und nicht etwas, das die Mitarbeitenden für sie lesen.
Empfohlene Produkte
Unsere Schilder mit Rahmen in Eiche und Nussbaum tragen kontrastreiche Piktogramme: ein gleichbleibender Bezugspunkt, auf den Mitarbeitende bei der Begleitung verweisen können.
Schulung als Teil der Hauskultur#
Eine einmalige Schulung reicht nicht. Nehmen Sie Beschilderung und Orientierung in die Einarbeitung neuer Mitarbeitender auf, frischen Sie das Thema in regelmäßigen Fortbildungen auf und würdigen Sie gute Praxis: Wer einen Mangel an einem Schild bemerkt oder eine Bewohnerin vorbildlich mithilfe der Schilder begleitet, sollte das hören. So wird die Umgebung im Haus als Teil der täglichen Arbeit verstanden und nicht als Ausstattung, um die sich niemand kümmert.
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